Jahreslosung 2020

Jahreslosung 2020

Sie ist da!

Jahreslosung 2020:

Gedanken zur Jahreslosung 2020:

„Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“
Markus 9, 24

Die Anforderungen meiner Ausbildung hatten mich in der Vor-
weihnachtszeit 2019 fest im Griff durch ein Blockpraktikum
an einer Realschule im Umkreis von Karlsruhe.
Gerade war diese Hürde genommen,
stand – natürlich völlig unerwartet – Weihnachten vor der Tür.
Die Zeit, um diese Gestaltung der Jahreslosung 2020
umzusetzen, war recht knapp und verlief mehr oder
weniger zwischen Tür und Angel.


Die Idee war schon lange in meinem Kopf und entwickelte
sich aus den Gedanken zu meiner Langzeitprüfungsaufgabe
im Fachbereich „Bildende Kunst“ und aus Entwürfen zu
Unterrichtsgestaltungen.
Ursprung war ein Mini-Gekritzel auf einem kleinen Notizzettel.


Mein Grundgedanke dahinter:
Glaube und Unglaube sind an sich zwei Gegensätze,
die einen Kontrast bilden. Dies wollte ich durch einen
Helligkeitskontrast der beiden Farben Gelb („Ich glaube“)
und Blau (Permanentblau bis Indigo: „hilf meinem Unglauben!“)
darstellen. Ursprünglich sollten beide Farbbereiche noch durch
geometrische Grundformen ergänzt werden (gelber Bereich Kreise,
blauer Bereich Dreiecke). In der Mitte stellte ich mir eine Schnittmenge
mit der Farbe Grün bis Türkis (Mischung aus Blau und Gelb) vor.
Aus sich überschneidenden Dreiecken bilden sich Sterne.
Sterne, kombiniert mit Kreisen, lösten bei mir die Assoziation
des Begriffs „Universum“ aus.

Nun kam wieder die Hand ins Spiel:
Was, wenn ich einfach statt des gesamten Universums nur
die Erdkugel in der Schnittmenge der beiden Bereiche
„Glaube“ und „Unglaube“ entstehen lasse
und diese von göttlicher Hand gehalten ist??


Im biblischen Kontext findet sich unser Vers in der Geschichte
der Heilung eines Jungen, der von Geburt an an einer Krankheit litt
und dadurch oft in lebensbedrohliche Situationen geriet.
Der Vater wandte sich zunächst an die Jünger, die ihm jedoch
nicht helfen konnten. Sein Problem war ein zu harter Brocken.
Deshalb zweifelte er auch an, dass Jesus fähig sein könnte,
seinem Sohn zu helfen. Aus diesem Grund schrie er förmlich heraus:

„Ich glaube, hilf meinem Unglauben!“


Und genau hier finde ich mich wieder:
Manches Problem in meinem Leben scheint ein zu harter Brocken zu sein.
Natürlich weiss ich, dass für Gott und für den, der glaubt,
nichts unmöglich ist. Ich weiss.....eigentlich....aber, wenn es dann an
die Umsetzung geht, habe ich gewaltige Zweifel.
Das Problem scheint einfach zu groß für meinen Glauben.
Spielt sich nicht in diesem Spannungsfeld unser ganzes Leben ab:
„Ich glaube, hilf meinem Unglauben!“? Ich kann mir gut vorstellen,
wie Jesus manchmal die Hände vor den Kopf schlägt und ausruft:
„Sie versteht es immer noch nicht! Wann kapiert sie das endlich,
dass mir nichts unmöglich ist?“ Er verurteilt diesen Unglauben nicht –
und hilft - trotzdem!

In dieser Schnittmenge aus Glauben und Unglauben,
stehen wir Tag für Tag und Gott hält genau diese Spannung
mit uns aus und hält sie in seiner Hand.
Trotzdem wünsche ich mir mehr „gelbe“ Anteile (Glauben),
die das Blau (Unglauben) mehr und mehr verdrängen.


In diesem Sinne wünsche ich ein „spannungsreiches“ Neues Jahr 2020!

Birgit Steinert